Startschuss für die bauliche Entwicklung der Jagsthöhe
Baggerbiss markiert Beginn der ersten Rückbaumaßnahmen auf dem Konversionsareal der ehemaligen Reinhardt‑Kaserne
Mit dem symbolischen Baggerbiss am 28. November 2024 ist der offizielle Startschuss für die bauliche Entwicklung des neuen Wohngebiets Jagsthöhe gefallen. Auf dem Konversionsareal begannen damit die ersten Rückbaumaßnahmen und gleichzeitig ein neues Kapitel der Ellwanger Stadtentwicklung.
Die Stadt Ellwangen hat den rund elf Hektar großen technischen Bereich Ende 2023 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben. Insgesamt werden hier 21 ehemalige militärische Funktionsgebäude sowie zahlreiche Nebenanlagen zurückgebaut, um Platz für den ersten Bauabschnitt des neuen Stadtteils Jagsthöhe zu schaffen. Das Rückbauvolumen umfasst rund 105.000 Kubikmeter umbauten Raum sowie etwa 65.000 Quadratmeter versiegelte Fläche – eine Fläche, die in etwa sechs Fußballfeldern entspricht.

Auftakt mit dem Rückbau von Gebäude 67
Der Baggerbiss fand an der ehemaligen Fahrzeughalle „Gebäude 67“ statt, welche sich am nördlichen Rand des technischen Bereichs befand. Er markiert den Beginn eines umfassenden Rückbauprozesses aller bestehenden Gebäude, Verkehrsflächen und unterirdischen Bauwerke auf dem Areal.
Oberbürgermeister Michael Dambacher unterstrich hierbei die Bedeutung des Projekts für die Stadt:
„Es ist ein kleiner Baggerbiss, aber ein großer Schritt für die Ellwanger Stadtentwicklung.“

Zeitgleich mit dem Start der Rückbaumaßnahmen hatte der Gemeinderat auch den Bebauungsplan Ellwangen Süd- West für das Gebiet des ehemaligen technischen Bereichs beschlossen. Damit wurden auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte in der Region geschaffen.
Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit
Ein besonderes Augenmerk bei der Entwicklung der Konversionsfläche liegt auf den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Abfälle möglichst zu vermeiden und Materialien wiederzuverwenden. Somit werden Transportwege minimiert und die Umwelt geschont.
Bereits im Vorfeld des Rückbaus erhielt die Entwicklungsgesellschaft Ellwangen zahlreiche Anfragen von Nachbargemeinden, Vereinen und städtischen Ämtern, welche Interesse an einer direkten Weiterverwendung von Bauteilen aus der Bestandsbebauung zeigten. Viele Materialien konnten dadurch einer neuen Nutzung zugeführt werden. Dazu zählten unter anderem:
- rund 1.900 Quadratmeter Aluminium‑Sandwichplatten inklusive Fassadenunterkonstruktion
- zahlreiche Fenster und Türen
- etwa 350 Quadratmeter Massivholzwände
- Deckenheizkörper, Sanitäreinrichtungen und LED‑Leuchten
- Streusalzsilos sowie viele weitere Bauteile
Durch die ortsnahe Wiederverwendung kann der Ressourcenverbrauch reduziert und ein lokaler Mehrwert geschaffen werden.
Entkernung und materialgerechter Rückbau
In einem weiteren Schritt wurden von August bis Dezember 2025 sämtliche Bestandsgebäude im ehemaligen technischen Bereich entkernt. Dabei erfolgte auch die fachgerechte Entfernung vorhandener Gebäudeschadstoffe. In den kommenden Monaten beginnt nun der vollständige Rückbau aller Gebäude, Straßen und unterirdischen Bauwerke.
Besonders nachhaltig ist dabei der Umgang mit dem anfallenden Rückbaumaterial: Rund 85.000 Tonnen Beton‑Recyclingmaterial werden vor Ort aufbereitet. Dieses Material soll später zu großen Teilen direkt vor Ort bei der Neuerschließung des Wohngebiets Jagsthöhe im Straßen‑ und Kanalbau wiederverwendet werden.


Nächster Schritt: Erschließung des Wohngebiets
Parallel zu den laufenden Rückbauarbeiten werden derzeit die Planungen für die Erschließung des Gebiets weiter konkretisiert. Ziel ist es, zeitnah nach Abschluss der Rückbaumaßnahmen mit dem Bau der Erschließungsanlagen im ersten Bauabschnitt beginnen zu können.
Mit dem Start der Rückbaumaßnahmen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur baulichen Entwicklung der Jagsthöhe erreicht. Schritt für Schritt entsteht hier ein zukunftsorientiertes, nachhaltiges Wohnquartier, das die Stadt Ellwangen langfristig prägen und neuen Wohnraum in attraktiver stadtnaher Lage schaffen wird.
